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Tourenbericht der Pyrenäen Wanderung/ Trekking Tour 2017
-- Trekking n den hohen Pyrenäen- auf dem HRP - mit den schwierigen Etappen --
  1. Etappe (2015) 2. Etappe (2015)            
Anreise
(2017)
1. Etappe    2. Etappe 3. Etappe 4.Etappe 5.Etappe 6.Etappe 7. Etappe 8.Etappe
  9. Etappe 10.Etappe 11.Etappe 12.Etappe 13.Etappe 14.Etappe 15.Etappe Abreise

Einleitung:
Der Zug fährt am Rand der Pyrenäen entlang. Die ersten Berge kommen näher, weiß sind die Spitzen.  Ein wenig überrascht und gar nicht begeistert murmele ich in mich hinein " Mist, noch immer liegt der Schnee". Vor ein paar Tagen hat es schon geschneit und so wie es von hier aussieht- ist davon noch immer reichlich vorhanden. Ich spinne schon Ausweichrouten, sag mir aber dann, komm doch erst mal an und schau wie es dort oben ist.

Dieser Wintereinbruch hatte für zwei Israelische Wanderer schlimme folgen. Die beiden waren von der Refugio Amitges zur Refugi Ventosa i Calvell unterwegs, wurden von Schnee und Temperatursturz überrascht und verritten sich wohl. Drei Nächte übernachteten sie im Freien, bis sie von einem Hirten entdeckt wurden. Sie hatten nur Sommerkleidung mit und kannten die Gegend nicht. Der Mann starb an Unterkühlung , die Frau überlebte. Link zum Pressebericht

Dieses Jahr will ich die hohen und schwierigen HRP Etappen (die Haute Randonnée Pyrénéenne) nochmals gehen. Und die sind nur bei guten Bedingungen sicher Begehbar- auf mich warten: schlechte Markierung, teils wegloses Gelände, lange Block- und Geröllpassagen, hohe und steile Pässe und Einsamkeit. Jetzt im September werden nicht mehr viele Trekker auf dieser Route unterwegs sein.
Die Tour startet dann mit gutem Wetter und guten Bedingungen, vom Schnee ist auf dem Pfad nichts zu sehen.
zur Packliste 2017 xlsx       als PDF  (- evtl. rechtsklick- Speichern unter)

Die Route,
da Gavarnie mit dem Bus besser zu erreichen ist, beschreib ich die Strecke von Gavarnie aus, diese Etappen ging ich 2015. 2017 Beginnt mein Weg  knapp zwei km oberhalb des Dorfes Aragnouet. Vom Wanderparkplatz an der D 173 zweigt eine Piste in das Gela Tal ab. Von hier geht es zur (abgebrannten) Refuge de Barroude,  ab hier laufe ich auf dem HRP.
Ich halte mich an Route von Ton Joosten, gehe auch ein paar Varianten, die jedoch nah an der eigentlichen Route verlaufen.
Warum gehe ich Varianten, na ja -nach Heas muss man über Asphalt,  die Etappe ab Parzan ist langweilig (auch lange auf einer Piste), Salenques will ich schon lange gehen (und die Mulleres Etappe kenne ich ja schon), Richtung Salardu muss der Wanderer wieder ein langes Stück über Asphalt, und zum Tuc de Marimanha war das Wetter zu schlecht. Nicht alles klappte wie geplant (das liebe Wetter.... ).
Die Etappenlänge und Übernachtungen wähle ich frei, ich laufe meist solange ich Lust habe. Schlafe mal im Zelt, mal in einer Cabane, auch in den bewirtschafteten Hütten und auch einmal im Hotel. Die Etappenpunkte in der Liste stimmen so nicht, sie sollen nur die Richtung angeben.

Etappen nach Ton Joosten: Meine Variante dazu:
- Gavernie- Heas Höhenweg zum Cirque de Troumouse
- Heas - Refuge de Barroude (abgebrannt!) - Parzan Über den Col de la Sede
- Refuge de Barroude (abgebrannt!) - Parzan Crete de Bataillence/ Rioumajou
- Parzan - Refugio de Viados Rioumajou/ Puerto Madera
- Refugio de Viados - Refuge de la Soula Senal de Viados+ Höhenweg
- Refuge de la Soula- Refuge du Portillon  
- Refuge du Portillon - Refuge de la Renclusa  
- Refuge de la Renclusa - Hospitau de Vielha (- Col de Mulleres) Coll/ Vall de Salenques
- Hospitau de Vielha - Refuge de la Restanca  
- Refuge de la Restanca - Salardu Pruedo/ Höhenweg
- Salardu - Alos de Isil Collada unterhalb des Tuc de Rosari
- Alos de Isil - Abri Enric Pujol (oder Refugio de Mont Roig)  
- Abri Enric Pujol - Refuge de Certascan  

Insgesamt waren es ca. 222 km Stecke
Höhenmeter- ca. 15.600 m bergauf m und ca. 16200 m bergab (laut GPS- Track Analyse) in 15. Etappen
Höhenprofil der Tour- klick-
 
Zu den Fotos der Tour
Als kleinere "Internet" Version-  700pix Höhe
Bei Flickr - hohe Auflösung
2160x 1440pix -  die Panos bis zu  4000pix breit
Kartenansicht der Tour,
als topografische Karte oder Satellitenansicht
Mit Höhenprofil ,Zoom bis zum Erkennen von Wegspuren....
Bisschen Geduld- es dauert etwas bis die Daten geladen sind (je nach Geschw.... )
Die Tour als Track im GPX Format
(evtl. rechtsklick- speichern unter...)
 oder bei bei GPSies
Mit dem GPS - Tracklog  
kann die Tour mit Google Earth über Gipfel und durch Täler nachgeflogen werden.
-- als kmz Datei  --
Karten
Ich nutzte zur Planung- vor allem- die Topo Pirineos  (freie Karte fürs Garmin und PC)
dazu-  Google Earth
und als Papierkarten die Carte de Randonnees Rando Edition(1:50.000):
Nr. 23 Aneto - Posets und Nr. 22 Pic d' Estats
mehr zu Karten"
 
Anreise: 20.09.2017- Düsseldorf- Toulouse- Saint Lary Soulan- Wanderparkplatz

Diesmal mit dem Flugzeug, weil- ich dachte das der Nachtzug nach Toulouse nicht mehr fährt (- mehr dazu)

- Mit KLM im Flieger von Düsseldorf (6:20) nach Amsterdam und weiter nach Toulouse (10:45)
- Mit dem Bus zum Bahnhof (fährt alle 20 Minuten.... - Toulouse Matabiau)
- 12:45 weiter mit dem Zug nach Lannemezan und von dort mit dem Bus bis nach St. - Lary - Soulan (15:47)
- noch ein Stück mit dem Taxi- bis zum Wanderparkplatz

Ich hab nach dem landen nur zwei Stunden Zeit, ich muss den Zug um 12:45 erreichen- sonst schaffe ich es heute nicht bis nach Saint Lary Soulan und muss noch irgendwo übernachten. Am Flughafen ist mein Rucksack sehr schnell auf dem Band, der Shuttle Bus ist ebenso zügig gefunden. Am Bahnhof Toulouse Matabiau besorge ich mir erst mal die Zugahrkarte, alles klappt super ich habe noch gut Zeit.
So laufe ich dann in die Rue de Bayard (gegenüber vom Bahnhof), ein gutes Stück die Straße hinein und kaufe mir dort im Carrefore Supermarkt eine Flasche Spiritus. Diesmal koche ich ohne Gas, erstens weil das Gas nicht in den Flieger darf (Spiritus auch nicht) und ich will es einfach mal mit einem Spirituskocher probieren (klappt gut!). Ich habe Glück- die letzte Flasche Spiritus ist für mich. Bis jetzt hat alles gut hingehauen!
Doch macht mir die Anfahrt mit dem Nachtzug mehr freude- das Zugfahren ist entspannter als das Fliegen, nicht nur die  Schlangensteherei zu den Sicherheitskontrollen finde ich nervend.
In Lannemezan trinke ich gegenüber vom Bahnhofes im Hotel de la Gare einen Café, ich sitze dabei schön in der Sonne. Angekommen in Saint Lary Soulan gehe ich weiter einkaufen, ein großen Stück Käse und ein dickes Baguette landet im Rucksack. Dann suche ich mir ein Restaurant (vieles hat schon zu- es ist Nachsaison) , setze mich in die jetzt schon schwächer werden de Sonne, bestelle mir ein Bier und etwas zu Essen. Frage nach einem Taxi, da kann der Inhaber jedoch nicht helfen und verweist mich an das Office de Tourisme.
Die sind sehr Hilfsbereit und rufen für mich ein Taxi. 28 soll es kosten- zu Bezahlen in Bar- nicht per karte!
Um 18 Uhr
stehe ich dann am Einstieg zum Gela Tal.


Erst mal die zwei Etappen von Gavarnie aus-das  ist einfacher zu erreichen und empfiehlt sich daher als Start

1. Etappe- 14.06.2015- Gavarnie - Cabane de la Vierge (- HRP- die schönere Variante)

Kartenausschnitt                                         oben



Um 9 Uhr stehe ich vor der Gite Gypaete(ca. 1360m). Ich habe gut gefrühstückt, und rieche gut- mit frisch gewaschenem T- Shirt , Socken und Unterhose. Der Boden ist feucht, ein paar Wolken am Himmel, ein bisschen blau dazwischen- das wird ein schöner Tag. Ich folge so der "Hauptstraße" von Gavarnie, am Camping vorbei (dort auf die andere Bachseite wechseln). 500m weiter zeigt ein Schild den  Pfad zur Refuge de Espuguettes an- da muss ich als erstes Ziel hin. Ein einfacher Pfad der durch Wald stetig bergauf führt, und ab und  zu einen Blick ins Dorf zulässt und auch mal In den Cirque de Gavernie. Der Wald endet, große Wiesen beginnen. Schafe und Kühe grasen hier. Ich folge weiter den guten Pfaden, ab und zu steht ein Schild. Der Ausblick wird nun immer grandioser. An der Refuge de Espuguettes (2027 m)angekommen, bestelle ich mir erst mal einen Kaffee, und genieße dann den Blick.
 
Nach einer halben Sunde Pause bin ich wieder auf dem Pfad- Spuren sind gut zu sehen und das nächste Ziel - die Hourquette de Allans ebenso. Nochmal ein Blick zurück- der Cirque, der Taillon, sogar der Vignemale/ Pique-Longue ist zu sehen (in Wolken).  Um 13 Uhr ist der Pass erreicht (Hourquette de Allans 2430m), mit schönen Blick in den Cirque de Estaube
Nun geht es bergab. Bisschen aufpassen muss ich - nicht falsch abzuzweigen (Richtung Port Neuf de Pinede oder Refuge de Tuquerouye. siehe meine Tour 2009). Zuerst ist der Weg recht steil, so das die Füße etwas brennen, dann gemütlicher, ein schönes Gehen in der Flanke durch das wunderbare Tal, das nun immer schmaler wird.
Auf 1670 m höhe- über eine kl. Brücke die den Bach überquert. Grade aus geht es weiter zum Lac de Gloriettes und entlang  der Straße in das Heas Tal-  das ist die normale Route des HRP (von Ton Joosten). Und dann mehrere Kilometer über Asphalt führt - etwas langweilig und nicht wirklich schön. 
Ich gehe hier also über die Brücke- ich weiß nicht mehr ob hier ein schon Wegweiser steht, ein Stück weiter ist jedenfalls einer. Erst über klare Pfade, dann werden die Spuren weniger - bis sie kaum zu erkennen sind. Es geht Recht einfach bergauf über Wiesen- Steinmänner zeigen die Richtung. So auf 1920m höhe erreiche ich eine alte Piste, der ich dann auch folge. Wenig später an einem Bach (1945m ) zapfe nochmals ich Wasser. Der Pfad knickt hier scharf nach Links ab. Ich gehe weiter recht gemütlich auf dieser Piste. Der Ausblick ist herrlich, (hier ist gut der "normale" HRP zu sehen- der folgt der Kerbe in der Talflanke- und weiter ist der Cirque de Troumouse .... )  und eine Ziegenherde begleitet mich für ein Stück.
Ich verpasse meinen Abzweig und gehe dann durch Gestrüpp einfach rechts hoch, um wieder auf dem richtigen Pfad zu sein. Das ist dann kein Pfad, sondern eher ab und zu Pfadspuren durch Gestrüpp und später Wiesen. Dann kommt die Auberge de Maillet in Sicht, die unschön und trostlos an einem großem Parkplatz gebaut ist. Auf einem Kaffee und ein paar Chips geh ich hinein, und treffe einen englischen Wanderer, den ich in Gavarnie schon kurz getroffen hab. Er ist frisch geduscht und übernachtet heute hier. Ich will aber noch ein Stück laufen. Verlasse direkt den Asphalt, gehe über Wiesen, steiniges und dann überquere ich den Ruisseau de Maillet. Dort wieder ein Pfad, der mühevoll Ansteigt und mich zu der Straße die in den Cirque führt bringt. Die Windungen der Straße kürze ich mehrfach ab und finde dann auf 2033 m Höhe einen Pfad der den Asphalt verlässt.
20 Minuten später stehe ich vor der Cabane de la Vierge (2099m) und bin jetzt auch Froh "Angekommen" zu sein. 
Ich bin wie immer am Ende der Etappe müde und kaputt- und meine Li Schulter schmerzt unangenehm. Der Gossamer Gear Gorilla (altes Model) trägt sich mit den so 13kg  überraschend gut, meine Schulter zwackt aber trotzdem ziemlich. Ich Weiß nicht - liegt es am Rucksack- oder an meinen Knochen?
Die Hütte hab ich wieder für mich alleine, ich richte mich häuslich ein, hole Wasser am Bach, mach mich hübsch- und dreh eine kl. Abendrunde zur La Vierge de Troumouse. Der Cirque de Troumouse ist einfach toll- ein riesiger Felsenkreis ( Gipfel über 3000 m), und ich hab ihn jetzt ganz alleine für mich- jedenfalls sehe ich keinen Menschen- nur Schafe
Das Tal füllt sich langsam mit Nebel, die Sonne geht gleich unter. Ich fang an zu frösteln, verziehe mich in die Cabane, und wärme mich mit Nudeln in Sahnesoße und einem Tee mit viel Zucker
.

In TopoPirineos eingezeichnet. 
Auf der gesamten Tour wunderbare Ausblicke- der Cirque de Gavernie, der Cirque de Estaube. Die Variante zum klassischem Weg ab dem Ende des Estaube- liest sich vielleicht nicht so schön (Piste.... ), bietet aber ein wirklich schöneres Gehen, auch ein wenig Spannung (einfache Pfadsuche) und sehr schöne Aussichten - nicht nur in den Cirque de Troumouse.
Das ist die deutlich schönere Variante, als vom Lac de Gloriettes runter in das Tal und auf der Straße nach Heas zu gehen. Übernachtung auf dem Weg in der Auberge de Maillet, oder in einer der Cabanes im Cirque. Die Etappe hat keine echten Schwierigkeiten- sie führt meist über Pfade. Das GPS hab ab und zu bei der Variante genutzt- nötig ist es aber nicht.

Tourdauer:           ca. 10:05 Std 
höchste Höhe:              2422 m        
Bergauf:                      1740 m          
Bergab:                         980 m     
Länge:                         22,3 km
  



2. Etappe: 15.09.2015- Cabane de la Vierge- Cabane de Barrosa (- HRP Variante)

(beachte- die Refuge de Barroude  ist abgebrannt- entweder dort  im Zelt Übernachten, oder in der sehr einfachen Cabane dort- oder weiter zur guten Cabane de Barrosa... oder nach Parzan... )

Kartenausschnitt                                                                      oben

In der Nacht passiert nichts. Ich schlafe gut, nur der kräftige Wind lässt mich ab und zu aufwachen. Und so richtig bequem ist eine Matte die in den Rucksack passt auch nicht. Für eine so leichte Isomatte bittet die Neoair aber schon so etwas wie Schlafkomfort.
Licht schaut durch das kleine Fenster der Cabane, es ist 8 Uhr, ich raffe mich auf, und strecke meine die Gelenke- es knackt ein wenig. Schau mal vor die Tür, kein Regen, recht viele Wolken, mal schauen was der Tag so bringt.
 Etwas später sind die Zähne geputzt, der Rucksack gepackt. Um 9 gehe ich los. Das Laufen hier im Cirque de Troumouse ist ein Spaziergang, Pfade und Wiesen, alles bequem zu gehen. Am frühen morgen habe ich das alles für mich alleine. Ich gehe in Richtung der Cabane de Aires, den Bach (L' Escourrede) kurz vor dieser Cabane überquere ich nicht, sondern schwenke dann nach rechts. Es gibt hier teils schwache Pfadspuren, und ab und zu mal Steinmänner. Den Bach überquere ich auf so 2155m Höhe, hier dann nicht den Wegspuren folgen die nach Nordwest führen, sondern noch etwas in  Richtung des Tuc de L' Escourrede gehen- dann nach rechts schwenken- der Bach bleibt immer so 50 - 70m an meiner rechten Seite, ich gehe dabei in Richtung der weißen Felsen vor mir. Auf 2350m höhe- der Einstieg in die - na ja- "Felswand". Die ersten Meter sind ordentlich Steil, kleine Felsstufen, ab und zu brauch ich hier mal die Hände. Weiter geht es über bröckelnde Stufen steil aufwärts. Es gibt hier keinen Pfad nur ein Paar Steinmänner und die grobe Richtung zum Col de la Sede. Ich passe sehr auf, wer hier das Gleichgewicht verliert, hat keine Chance irgendwo halt zu finden. Trotzdem nehme ich mir die Zeit und und lass die Landschaft auf mich wirken, die Aussicht in den Cirque de Troumouse ist fantastisch- Pano - Höhe jetzt 2515m. Wenig später ist der Col de la Sede (2640m) dann erreicht.
Das Wetter hat sich in kurzer Zeit deutlich Verschlechtert, dunkle Wolken ziehen auf, und ein starker Wind auf dem Col. In meiner Wegrichtung ist der Himmel noch blau (Blick vom Col de la Sede Richtung Hourquette de Heas), das wird sich aber wahrscheinlich schnell ändern. Ich traue den Verhältnissen nicht, es ist mir vor allem zu windig- und gehe dann nicht meine geplante Route: dem Kamm entlang, vorbei am Pic de la Gela und weiter auf dem Kamm zur Hourquette de Heas. Das ist mir zu ungeschützt, bei den sich schnell ändernden Wetterverhältnissen. Sondern ich quere den Talschluss,  gehe dann stetig bergab, folge seltenen Steinmännern und so gut wie keinen Spuren. Am Ruisseau des Aguilous beginnen dann wieder Spuren, hier etwas steil..... dann treffe ich auf gute und einfache Pfade und ein paar Meter weiter auf den klassischen HRP. Der führt zu beginn auf klarem und eigentlich einfachem Pfad den Hang hoch -  dann auf schmalem Pfad (vor mir 2 Wanderer ) und die letztem Meter sind in den Fels geschlagen
2608 m - Hourquette de Heas ist erreicht! Von hier kann ich nochmal den Talschluss mit rechts dem Col de la Sede, links der Pic de la Gela- die eigentliche geplante Route sehen. Ein wenig enttäuscht bin ich, dort oben auf dem Kamm ist der Blick die Baroudewand entlang sicherlich grandios.
Es regnet zwar (noch) nicht- der Wind ist aber stark. Vorsichtig gehe ich über die kleine Felsplatte weiter, dann auf rutschigen Geröll bergab.
Ab ca. 2440 m höher beginnt ein einfacher Pfad, der nach rechts schwenkt (links führt ein Pfad ins Tal und den nächsten Ort). Wenige Meter weiter treffe ich auf die zwei Wanderer vom Aufstieg, müde sehen beide aus. Dies sind einzigen Menschen die ich Heute sehe. Die Hourquette de Chermentas (2439 m) habe ich um 14:35 erreicht. Im großem und ganzen geht es auf unproblematischen Wegen weiter, beeindruckend ist die steile Barroude Wand- und das Wetter.
Dicke, niedrige, dunkle Wolken. Ordentlich Wind, ein Paar Regentropfen fallen. Eigentlich genau das richtige Wetter um in der Refuge de Barroude zu übernachten- die ist aber leider im Winter abgebrannt
 - ob und wann sie wieder aufgebaut wird - steht noch nicht fest. Der Wind hat nun richtig an Stärke zugelegt, ich Denke das ist schon ein Sturm. Im Windschatten der Ruine ziehe ich die Regenhose an, meine Handschuhe fliegen fort, zum Glück kann ich sie rechtzeitig wieder fassen. Hier oben werde ich nicht bleiben, das ist mir zu unsicher. Ich checke die Karten, die nächste Hütte ist die Cabane de Barrosa- meine Route muss ich aber dazu Ändern. Jetzt geht es also Richtung de Port de Barrosa und nicht über den Kamm, nicht über den Pica de Bataillence,  nicht in  Richtung "Rioumajou"- die anspruchsvollere, spannendere Variante des HRP. Der Wind macht das Gehen schwer, es schüttet nun, Wolken, wirklich kein angenehmes Wandern.  Auf dem Port de Barroude (2535m ) werfen mich die Böen fast um. Ich stemme mich gegen den Wind, zum Glück hat das Gelände hier keine Schwierigkeiten. Über dann recht gute, aber steinige Bergpfade geht es nun hinunter. Meist ist nichts zu sehen, viel Regen und Wolken, die Sicht ist kurz, ich kontrolliere ab und zu mit dem GPS. Um 18:45 öffne ich die Tür der Cabane de Barrosa (1744 m), drumherum schöne Wiesen und Kühe. Die Hütte ist  frischrenoviert. Sie ist sauber und gut eingerichtet (Der Cirque de Barrosa hat sogar eine eigene Webseite).
Erst mal ziehe ich meine Klamotten aus,  meine Sachen sind alle feucht und klamm. Ich weiß nicht ob meine Regenzeug versagt hat - also nicht mehr dicht ist- oder ob ich zu viel geschwitzt habe, jedenfalls ist nichts mehr trocken. (An den rechten Schulter ist der Stoff dünn und ein hat ein Loch- bemerke ich aber erst Zuhause). Ich feuere den Ofen an, hänge meine Sachen zum trockenen über die Stühle. Dann wie jeden Abend: Wasser holen, Essen kochen, bisschen Körperpflege. Heißen Tee trinken, Tütennudeln essen. Und zum Abschluss Schokolade. So langsam wird mir innerlich ein wenig wärmer. Die Hütte hab ich für mich alleine, bei dem Wetter ist kaum jemand unterwegs- ich hab das gerne, fühle mich wohl, träume ein wenig vor mich hin. Nochmal aus der Tür schauen. Es regnet!

In TopoPirineos (teils)und in der Carte Nr. 4 Bigorre (teils) eingezeichnet. In beiden Karten ist die Strecke ab dem Col de la Sede bis zur Hourquette de Heas nicht eingezeichnet. 
Das ist die logische Weiterführung der HRP Variante von "gestern". Spannend und etwas fordernd, nicht für unerfahrene Wanderer. Teils unproblematisch, teils anspruchsvolles Wandern. Teils weglos und nicht markiert (außer ein paar Steinmännern). 
Höhepunkt wäre noch ab dem Col de la Sede oben auf dem Kamm Richtung Pic de La Gela und weiter zur Hourquette de Heas- das ging ich bei dem unsicherem Wetter für mich leider nicht. 
Bei schlechtem Wetter kann der Col de la Sede umgangen werden- entweder Abstieg nach Heas und weiter auf dem Standard HRP - oder eine Etage höher (siehe Tour 2009 - 5. Etappe). 
Je nach Anspruch und Wetter kann die Etappe also aus dem Cirque de Troumouse weitergeführt werden- so das der Standard HRP erreicht wird.

Die Refuge de Barroude ist abgebrannt,
wann sie wieder aufgebaut wird - steht in den Sternen. Es ist  link  ist eine kl. Not Cabane eingerichtet.

Tourdauer:         ca.  10:00 Std 
höchste Höhe:             2640 m        
Bergauf:                      105 m          
Bergab:                       490 m     
Länge:                        20,8 km



Ab hier die Tour 2017


1. Etappe: 20.09.2017 - Wanderparkplatz - bis zur Nothütte Barroude

Um 18 Uhr kann ich endlich los. Die Sonne ist schon verschwunden, daher ist es schon etwas frisch, die Luft leicht feucht, der Oktober ist ja nicht weit entfernt. Ich nehme meinen Rucksack und gehe die Piste hier bergan.