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Tourenbericht der Pyrenäen Wanderung/ Trekking Tour 2016
-- Auf Nebenwegen, ab Luz - Saint - Sauveur bis Barroude, - und ein wenig GR10 ab Saint- Lary - Soulan --
Anreise 1. Etappe 2. Etappe 3. Etappe 4. Etappe 5. Etappe
  6. Etappe 7. Etappe 8. Etappe 9. Etappe Abreise

Einleitung:
Die Tour 2016 hat nicht so richtig geklappt- meine Planung war ganz anders, es ist müßig meine eigentlichen Vorstellungen hier zu beschreiben. Die Tour beendete ich bei guten Bedingungen in Fos (am GR 10),nach acht Wanderetappen. Die Sonne schien, mir ging es jetzt Körperlich gut, meine Laune eigentlich bestens. Die Motivation aber am Boden, keine Lust , keinen Spaß am Wandern, ich wollte nicht mehr weiter Gehen.
Ich war ein wenig kränkelnd auf Tour, hatte viel mit Rückenschmerzen zu kämpfen, wurde klatschnass und fror daher ordentlich (die Jacke war nicht mehr dicht). Das alles war ja vorbei- in Fos fehlte dann aber die Motivation. 
Schade um die Zeit, ich komme ja nicht so oft in die Berge.
Doch nicht meckern- es waren wunderbare Tage. Und nächstes Jahre darf ich ja hoffentlich wieder in die Berge!

zur Packliste 2016 xlsx       als PDF  (- evtl. rechtsklick- Speichern unter)

Die Route,
beginnt in Luz - Saint - Sauveur. Ich gehe in das Tal des L 'Yse. Über den Col de Pierrefitte in das Tal des Ruisseau de Bugarret (- Übernachtung in der Cabane Rabiet) Über den Col Tourrat in das Tal des Ruisseau de Cap de Long. Nochmals die Hourquette de Cap de Long passiert (wie 2015) - Bivac im Campbieil Tal. (den Pic de Campbieil hatte ich in der Planung- wollte dann aber nicht-- Schnee).
Über den Port de Campbieil in das Badet Tal- von dort auf dem HRP zur Cabane de Barroude - in der sehr einfachen (Not)Cabane Übernachtet.(die Refuge ist ja abgebrannt).
Abstieg nach Frankreich wg. Rücken, frieren und allgemeinem Unwohlsein - zwei Nächte im Hotel in Saint Lary Soulan.
Dann weiter auf dem GR 10 bis zur Cabane de Ourtiga. Weiter (GR 10) zur Refuge de Espingo- dort war ich der einzige Gast - nix los! Von der Refuge nach
Bagnères-de-Luchon (Hotel Francoir 1er - 25 €).
Weiter zur Cabane Courrous (am GR 10). Dann noch ein Stück nach Fos- und das war es.....

Insgesamt waren es ca. 129 km Stecke
Höhenmeter- ca. 9400 m bergauf m und ca. 9000m bergab (laut GPS- Track Analyse) in 8. Etappen
Höhenprofil der Tour- klick-
 
Zu den Fotos der Tour
Bei Flickr - hohe Auflösung
2160x 1440pix -  die Panos bis zu  4000pix breit
Als kleinere "Internet" Version-  700pix Höhe
 
Kartenansicht der Tour,
als topografische Karte oder Satellitenansicht
Mit Höhenprofil
,Zoom bis zum Erkennen von Wegspuren....
Bisschen Geduld- es dauert etwas bis die Daten geladen sind (je nach Geschw.... )
Die Tour als Track im GPX Format
(evtl. rechtsklick- speichern unter...)
 
oder bei
bei GPSies
Mit dem GPS - Tracklog
kann die Tour mit Google Earth über Gipfel und durch Täler nachgeflogen werden.
-- als kmz Datei  --
 Karten
Ich nutzte zur Planung- vor allem- die Topo Pirineos  (freie Karte fürs Garmin und PC)
dazu-  Google Earth
und als Papierkarten (auch im Rucksack): 
Die Carte de Randonnees Rando Edition(1:50.000):
Nr. 4. - Bigorre"

mehr zu Karten"
 

Anreise-  14.09.2016 - Köln / Paris / Toulouse/ Lourdes/ Luz-Saint-Sauveur

Am Abend mit dem Zug (Thalys)
- von Köln nach Paris - Gare du Nord
- Mit der Metro zum Gare du Austerlitz
- Nachtzug nach Toulouse
- Zug nach Lourdes
- Bus nach
Pierrefitte-Nestalas
- Bus nach Luz - Saint - Sauveur

Donnerstag Mittag- 15.09. um 11:35 stand ich dann in  Luz - Saint - Sauveur. Das wichtigste ist für Wanderer, halbwegs anständiges Wetter. Heute ist das Wetter Ok: bewölkt, zwischendrin ein Stück blauer Himmel, trocken, wenig Wind, nicht kalt- aber auch nicht warm- also alles genau richtig zum Wandern.
Ich kaufe zuerst das obligatorische Baguette- sogar zwei , da ich die bewirtschafteten Hütten vermeiden will und so brauche für die nächsten acht Tage etwas zu Futtern. Der Rest ist schon im Rucksack- Nuddeln mit Soße (z. B. Spaghetteria), Schokolade, Käse, Wurst- und jetzt auch das Brot. Dann gehe ich in ein Restaurant und schlag mir nochmal den den Bauch voll.


1.Etappe: 15.09.2016- Luz-Saint-Sauveur - Bivac in der Cabane de Rabiet- (Nebenwege)

Kartenausschnitt                                                           Oben      

Um 13 Uhr laufe ich dann los - Höhe ca. 720m. Der Rucksack wiegt knapp 13 kg, Mein Rucksack, ein Gossamer Gear Gorilla  (Modell 2011), trägt sich gut. Besser als sonst- da ich den Hüftgurt des 2016 Models verwende. Das klappt ohne große Arbeit - einfach oben und unten ein wenig den Hüftgurt abgeschnitten, so das der schmaler wird und an den ollen Rucksack passt.
Erst mal muss ich aus dem Ort finden, am einfachsten geht das indem ich ab und zu auf das GPS schaue. Eine Brücke am  Ruisseau de L' Yse, links
 führt der GR 10  in den Wald, rechts ist "mein" Pfad- der mich in das Yse Tal leitet. Der Pfad führt mich in einen Wald. Forstwege und schmalere Wege wechseln sich ab, ab und zu bin ich unschlüssig welchen Pfad /Abzweig ich folgen soll- komme aber dank GPS gut zurecht. Dann beginnt ein Wiesengelände mit einigen - ich denke Heuschobern, vielleicht auch ein paar Ferienhäusern. Gearbeitet wird hier oben auf alle Fälle, Trekker fahren! Auf ca. 1560m der Piste nach links folgen, die in Richtung des Ruisseau de L 'Yse führt. Das schwierigste ist - wie überhole ich die Kühe die hier langsam herlaufen. Aber das schaffe ich dann doch.
Mit Hilfe einer  kl. Brücke überwinde ich den Ruisseau de L 'Yse. Der Pfad ist breit und einfach zu gehen. Ich erreiche die Cabane de Peyrahitte (1812m), eine einfache Hütte die sich gut zum übernachten eignet. Der Weg wird nun ein wenig schmaler, das Tal drumherum auch, stetig geht es nun aufwärts bis der Col de Pierrefitte- 2466m- erreicht ist. Das Wetter ist schlechter, der blaue Himmel ist verschwunden, eine dicke graue Maße ist nun über mir. Es ist nun kühl, ein wenig windig- es riecht nach Regen.
Ziemlich steil, aber problemlos, folge ich dem Pfad hinunter in Richtung des Lac de Rabiet. Der Pfad wird dann steinig, verläuft oberhalb des Lac. Ein schmales Tal, steil sind die Wände links und rechts des Sees. Am Ende des Lac de Rabiet ist schon die kleine Cabane de Rabiet  (2199m) zu erkennen. Fast im dunkeln - kurz nach 20 Uhr- öffne ich die Tür der Cabane. Ich bin froh, das ist eine saubere und richtig tolle kleine Hütte. Ich gehe erst noch mal raus, hole Wasser zum Kochen und für den Tee vom Bach direkt an der Hütte. Ein wenig den Schweiß abwaschen und dann zurück in die Cabane, meinen Kram aus dem Rucksack holen, den Schlafsack lüften, die Neoair aufpusten und den Kocher anzünden und etwas warmes Kochen.
Das war ein guter Tag, ich fülle mich gut und sehr wohl. Ich bin gespannt wie es Morgen wird, zu den Übergängen in das nächste Tal- über die Hourquette de Buggaret oder dem Col de Tourrat habe ich keine Informationen gefunden. Auf der Karte sieht es ordentlich steil aus! Naja - ich hoffe vor allem auf gutes Wetter.

Recht einfache Pfade, Anfangs über Waldwege und Piste, dann auch steinige Bergpfade Orientierung - zu Beginn nur mit der Karte  ist es nicht Einfach sich für den Richtigen Pfad zu entscheiden, später gibt es dann weniger Probleme. Wegweiser sind aber nur spärlich aufgestellt- die Pfade aber meist gut zu erkennen.
In TopoPirineos und  in der Bigorre Carte Nr. 4, eingezeichnet


Tourdauer:          07:10 Std.
höchste Höhe:         2466 m
Bergauf:                 1842 m
Bergab:                   376 m
Länge:                  15,2  km


2.Etappe: 16.09.2016 - Cabane de Rabiet- Bivac unterhalb des Port de Campbieil - (Nebenwege)

Kartenausschnitt                                                                oben

Am nächsten Morgen ist es frisch, grau und ruhig. Dicke Wolken über mir. Mir ist kalt! Hoffentlich regnet es heute nicht, denke ich. Ich packe so zügig meine Sachen und schau das ich schnell auf dem Weg bin- beim Laufen wird mir schon wieder warm werden.
Um 8:45 verlasse ich die Cabane de Rabiet, gehe den steilen Hang hoch und treffe auf den Pfad - nun ist mir warm. Nach 300m könnte ich zur zur (unbewirtschafteten) Refuge Packe abzweigen, ich gehe jedoch so wie ich es schon lange vorhabe, in Richtung des Lac de Buggaret. Für ein kurze Wegstück finde ich den Pfad zwischen den dicken Felsbrocken nicht (eigentlich einfach zu finden) , dann folge ich einer recht einfachen und guten Spur. Ich verlasse diese gute Spur bergab (keine Ahnung wo dieser Pfad hinführt- in den Karten ist nichts eingezeichnet), gehe mal auf vagen Spuren, mal weglos, an wenigen Steinmännern vorbei Richtung Talsohle. Hier gibt es (außer den Gipfelbesteigungen) zwei Möglichkeiten weiterzukommen- Über den Col de Buggaret oder den Col de Tourrat in das Nachbar Tal. Der Col de Buggaret sieht schon mal sehr steil aus. Ich folge nun dem Bugarret Bach suche Spuren und Steinmänner, irgendwo muss ich mich hier nach links wenden. Mit Hilfe des GPS und Steinmännern- und dem Eindruck nur hier kann es hochgehen, finde ich dann den Abzweig. Bis jetzt macht das Wetter keine große Mühe, es ist trocken, bisschen Kühl, was beim laufen ja gut ist. Nur die Weitsicht ist ziemlich eingeschränkt in dem engen Tal hier. Ich Arbeite mich nun aufwärts, Spuren und ein paar Steinmänner helfen, es ist ziemlich steil, aber nicht wirklich schwierig.
Am Col de Tourrat de Pecheurs (2600m) stehe ich im Nebel, Schnee liegt hier noch nicht. Einen klaren Pfad kann ich nicht finden, Steinmänner leiten mich erst mal nach links (Norden), da geht es zwar auch runter- diesen Weg will ich jedoch nicht nehmen. Erst mal esse ich etwas Schoko! Dann suche ich den Pfad.
Ich gehe noch etwas aufwärts vom Col, Blicke suchend in die Flanke, finde keine Spuren, aber dann einen einsamen Steinmann. Viel weiter kann ich wegen dem Nebel nicht Sehen. Dort Angekommen sehe ich den nächsten Steinmann, und so geht's dann weiter. Die Sicht wird besser, ab und zu gibt es auch eine kurze Pfadspur, echte Probleme hab ich hier nicht. Aber doch ist dies ein spanendes Stück Weg. Dann habe ich die Flanke durchquert und gehe nun auf Pfaden die ich schon vom Letzen Jahr kenne (2555m Höhe), in Richtung der Hourquette de Cap de Long. Genauso wie letztes Jahr muss ich viel meinen Weg suchen, da schlecht markiert und auch hier eher selten Spuren zu erkennen sind. Es geht so langsam immer weiter Aufwärts mal über Blöcke, mal ist es einfacheres gehen (Auf der im Aufstieg linken Talseite ist ein Pfad zuerkennen- das ist einfacher).
Wollgras wächst an einem kl. See. Das Wetter ist jetzt optimal, sonnig, kaum Wind und eine gute Sicht. Ich bin jetzt auf 2600m Höhe und etwas höher ist alles mit einer dünnen Schneeschicht überzogen. Bis zum Col  wird das kein Problem, aber wenn auf der anderen Seite auch Schnee liegt werde ich da nicht sicher herunterkommen, das ist zu steil! (Blick zurück zum Col Tourrat, links).
Das Schuttplateau beginnt (2807m), noch ein paar Höhenmeter und ich stampfe durch Schnee. Dann ist die Hourquette de Cap de Long erreicht (2900m)- Blick ins Tal de Cap de Long - und ins Campbieil Tal. Ich hab Glück, im Abstieg liegt nur in den ersten Metern Schnee. Der Abstieg ist beschwerlich, steil, rutschig, Erst durch Geröll, später durch steile Wiesen. Einen Pfad gibt es nicht und nur wenige Steinmänner, ich suche also meinen eigenen Weg. Gehe dann nördlich, um auf den Weg der Richtung Port de Campbieil führt zu stoßen. Den finde ich dann auch. Jetzt ist erst mal grübeln angesagt, gehe ich noch über den Port de Campbieil, oder übernachte ich hier? Da ich nicht weiß wie es auf der anderen Seite aussieht- wie lang muss ich für einen Bivacplatz noch laufen- bleibe ich hier!
Ich suche eine halbwegs grade Stelle , gar nicht so einfach, und dann ist der Grasboden auch noch sehr steinig. Wasser hole ich am Bach in der Nähe, dann beginne ich mit dem Aufbau des Zeltes (Höhe 2330m).
Das Zelt steht ist nur halb aufgebaut und es beginnt zu schütten, schnell bin ich klatschnass- jedenfalls die Hose. Das Zelt steht dann halbwegs gut, wegen der Steine im Boden krieg ich die Heringe nicht vernünftig rein. Ich hab ein wenig Sorge. hoffentlich bleibt meine Behausung in der Nacht stehen und wie wird die Hose trocken?
E
s regnet weiter, dazu Nebel und immer wieder kräftige Windböen! Ich bin jedenfalls ziemlich müde und geschafft, bisschen kalt ist mir-und ich hab keine Lust mehr raus zu gehen.

Anspruchsvolle Wanderung. Schlecht markiert- recht wenige Steinmänner. Wenig Pfadspuren, oft weglos. Steiler Anstieg zum Col Tourrat und steiler Abstieg in das Campbieil Tal.
Für knapp die 10 km war ich fast 9 Stunden Unterwegs.
In TopoPirineos  eingezeichnet, in der
Bigorre Carte Nr. 4 - sind nur wenige Abschnitte eingezeichnet.


Tourdauer:          08:50 Std.
höchste Höhe:         2900 m
Bergauf:                 1060 m
Bergab:                    867 m
Länge:                     9,6 km


3. Etappe: 17.09.2016 - Campbieil Tal - Barroude Nothütte - ( Nebenwege und ein kurzes Stück HRP)

Kartenausschnitt                                                            oben

Fast die ganze Nacht fällt Regen und es geht ein ordentlicher Wind. Die Heringe halten gut, aber die Hose ist weiter nass. Also werde ich in der dünnen Regenhose laufen müssen.
Kurz vor acht krieche ich aus dem Zelt. Es regnet grad nicht, die Wolken hängen tief, es ist kühl und ungemütlich. Das Zelt wische ich so gut es geht mit einem Lappen ab, stopfe es in den Packsack und dann in den Rucksack- und den Rest dazu. Um 8:45 suche ich den Pfad, und folge diesem dann in Richtung Port de Campbieil. Das ist dann eine einfache Wanderung, mal über gute Pfade, mal auch etwas steinig. Am Port de Campbieil (2596m) angekommen ist das Wetter langsam ungemütlich- Schneeregen, windig, schlechte Sicht. Ich bin warm eingepackt - Regenhose , Jacke , Fleece , Handschuhe. In Bewegung ist mir nicht kalt. Jetzt geht es erst mal bergrunter. Auf 2236m biegt der Pfad nach Süden. Die Wegsuche ist auch bei diesem Wetter nicht so schwierig, meist ist der Pfad zu noch recht gut zu erkennen- aber ein Auge ist schon nötig.
Kurz vor der Hourquette de Chermentas kommen mir 3 Wanderer entgegen, eingepackt in Regenzeug und Plastiktüten. Die drei haben trotz diesem Mist Wetter eine super Laune, sie laufen hier lachend herum, und sind sehr überrascht jemanden zu treffen.
Die Nacht haben sie in der Cabane de Barrosa verbracht, jetzt wollen sie über die Hourquette de Heas nach Heas absteigen. Sie fragen mich ob ich den Übergang kenne, ich fordere sie zur Vorsicht auf, die Steinplatte dort und der schmale Gang können bei dem Wetter unsicher sein.
Auf meinem Weg sind keine Probleme, außer das Wetter. Ich spüre wie ich nass werde, so langsam kriecht die kälte in mich- Mist Jacke.
Ich hätte mir besser eine neue gekauft. Letztes Jahr war sie schon nicht mehr dicht. Ich flickte ein paar Löcher, aber die waren es wohl nicht alllein- die Jacke ist einfach hinüber (über Jahre war sie aber 100% dicht- so ein Wetter war kein Problem).
Um 13:30 erreiche ich die Ruine der Refuge de Barroude - ca.2380 m. Es stehen jetzt nur noch die Grundmauern, der Schutt ist entfernt. Im Boden der Ruine befindet sich auch eine kl. Cabane, die ist aber ziemlich feucht, ich suche so die kl. neue Cabane. Die Nothütte ist nicht weit von der Ruine entfernt, und erinnert eher an eine Garage.
Ich friere, mir ist richtig kalt,
ich will nur noch in den Schlafsack, mich aufwärmen. Ich baue ich mein Lager. Puste die Neoair Matte auf, lüfte den Schlafsack. Mir klappern die Zähne, nix an mir ist mehr trocken. ich hänge meine Sachen auf - irgendwo finden sich ein paar Hacken und Nägel in der Wand, ich habe nicht die Hoffnung das hier irgendetwas trocknet. Ich krieche in den Schlafsack, freue mich auf ein wenig wärme.
Draußen schneit es immer wieder, hier drin zieht es, die Tür lasse ich einen Spalt offen. Sie ist außen mit einen Eisenstab gesichert- wenn ich sie von ihnen schließe und der Stab in die Bohrung im Boden fällt - komme ich hier nicht mehr raus! Und wollig warm will mir nicht werden- ich schaffe es einfach nicht den Schlafsack zu wärmen. Ich liege also etwas bibbernd im der Tüte, habe sorgen, in der Nacht werde ich wohl richtig freieren. Dann habe ich die glorreiche Idee etwas zu Essen- ENERGIE-  und so langsam wird es gemütlicher.
Trotz der kurzen und recht einfachen Wanderung, ich fühle mich völlig schlapp, müde und ausgepowert. Ich bleibe den ganzen im Nachmittag Schlafsack, döse und schlafe viel.
Ich fühle mich gar nicht gut!

Auch bei dem schlechtem Wetter, eine recht einfache, aber alpine Wanderung. Übernachtet werden kann entweder im Zelt, oder in den sehr einfachen Cabanes.
Die nächste gute Cabane-  ist die Cabane de Barrosa. Die Cabane de Gela, wird im Sommer vom Schäfer genutzt- ich weiß nicht ob diese zugänglich ist.
Auf alle Fälle ist das hier ein wunderschöner Ort. Barroude sollte jeder Pyrenäenwanderer kennenlernen.- wenn das Wetter denn passt.
In TopoPirineos und in der Bigorre Carte Nr. 4 eingezeichnet


Tourdauer:         04:50 Std.
höchste Höhe:        2600 m
Bergauf:                  776 m
Bergab:                   696 m
Länge:                     10,6 km


4. Etappe: 18.09.2016- Barroude- bis Saint Lary Soulan (Abstieg ins Tal.... )

Kartenausschnitt                                                            oben


Am nächsten Morgen, ich schäle mich aus dem Schlafsack- was gar nicht so einfach ist mit meinen üblen Rückenschmerzen. Mir ist kalt und ich fühle mich richtig krank.
Das Anziehen und Packen der Sachen ist auch nicht so einfach- ich kann mich nicht Bücken, jede Bewegung schmerzt- kann die Schuhe kaum erreichen und zubinden. Was für ein Mist!
Ich schaue mal raus- tolles Wetter. Die Sonne scheint, alles ist weiß. Kein Wind, aber jetzt am Morgen noch ordentlich kalt. Keine Ahnung wie viel Grad es sind- ich friere jedenfalls ordentlich. Ob das nun an den Temperaturen liegt oder an meinen Befinden, ich weiß es nicht.
Irgendwie bekomme ich meine Sachen gepackt- es geht ja nicht anders, schultere unter Schmerzen den Rucksack. Wenn das Ding dann aber einmal am Rücken ist, geht es.
Die Barroude Wand ist schon beeindruckend, und jetzt mit ein wenig Schnee noch mal schöner. Viel zu überlegen gibt es jetzt nicht, weiter gehen kann ich mit dem "Rücken" und dem "Krank" sein nicht. Aber es gibt schon mehrere Richtungen hier- über den Port de Barroude die Grenze nach Spanien überqueren will ich nicht (kenne ich ja schon), zurück sowieso nicht, und wie geplant dem Grenzkamm Richtung Rioumajou ist mir mit Schnee zu unsicher. Also bleib nur der Abstieg in das Gela Tal übrig, das ist am einfachsten und auch ist die Strecke nicht so lang bis ich eine Straße erreiche.
Um 8:30 gehe ich enttäuscht los, hier oben aushaaren hat auch nicht viel Sinn. Der Schnee knirscht unter den Füssen, das Gehen ist zum Glück einfach. Die ersten Meter in das Gela Tal sind etwas Steil, aber auch mit "Rücken" nicht problematisch. Dann beginnt Weideland, breite Wege, einfaches gehen. Kühe grasen und die Sonne wärmt mich ein wenig. Das ist richtig gut. Mir geht es schon ein wenig besser, ein Auf und Ab und schlechte Pfade, das würde nicht klappen.
Ein paar Tageswanderer begegnen mir, heute ist Samstag - da nutzen einige das jetzt wieder gute Wetter. Wenn auch oben bei Barroude noch alles in Wolken ist- da wird es nur zwischendurch mal Sonne geben. Eine Piste beginnt, in Abständen stehen Jäger und warten auf irgend etwas.
1390m, ich erreiche die D 173. Das ist eine der wenigen Verbindungen zwischen Frankreich und Spanien. Dafür das diese Straße zwei Länder verbindet ist sie überraschend schmal. Ich versuche es nun per Anhalter, es fahren nur wenige Autos und es dauert ziemlich lang bis mich jemand mitnimmt, 4 km laufe ich noch auf der Straße bis Endlich ein Auto hält. Jetzt habe ich jedoch Glück, der Fahrer nimmt mich bis nach Saint Lary Soulan mit .
Ich habe Hunger, ich hole mir dort etwas zu Essen und trinke dazu ein Bier. Dann checke ich im Hotel Ponts le Dahu ein. Gehe lange Duschen- das hilft dem Rücken. Und dann ins Bett- ich bin ziemlich kaputt und müde- ich will nur Schlafen.
Am Abend fühle ich mich schon besser, kann mir die Schuhe wieder zubinden! Dehne und strecke meinen Rücken und gehe  etwas spazieren. Gucke in Schaufenster, trinke noch ein Bier. Im Sommer wird hier bestimmt viel "Los" sein. Jetzt haben viele der Geschäfte zu.
Ich fühle mich wieder halbwegs OK- Morgen früh werde ich weiter gehen- auf dem GR 10!

Eine einfache  Wanderung. Saint Lary Soulan ist ein kleiner, eher moderner Touriort mit Hotels, Geschäften und sogar einem Busanschluss. Der GR 10 führt am Ort vorbei.
In TopoPirineos und in der Bigorre Carte Nr. 4 eingezeichnet


Tourdauer:           04:00 Std.- dann per Anhalter nach Saint Lary Soulan
höchste Höhe:        2395 m
Bergauf:                   74 m
Bergab:                 1235 m
Länge:                   12,0 km

19.08.2016
Der nächste Morgen, Rückenschmerzen- was für ein Mist. Schlimmer als gestern..... kriege die Schuhe kaum zu, komme die Treppe kaum runter. Also weiter Warten, mit den Schmerzen fahre ich auch nicht nach Hause.
Im Laufe des Tages wird es besser, Diclo 50 mg, Bewegungsübungen und am Nachmittag Spazierengehen helfen. Am Abend geht es schon wieder, Schuhe zu binden klappt - das ist schon immer ein gutes Zeichen.



5. Etappe: 20.09.216 - Saint Lary Soulan - Cabane de Ourtiga  (GR 10 Etappe)

Kartenausschnitt                                                                       oben

Am nächsten Morgens geht es so. Es dauert ein wenig bis ich ganz grade stehen kann. Aber das wird sich einlaufen. Alles Erfahrungswerte. Erst mal in Ruhe Frühstücken. Hier ist ein recht ordentliches Frühstücksbuffet aufgebaut, ich lasse mir Zeit, trinke ordentlich Kaffee. Packe dann ein paar süße Kuchen für den Tag ein. Bezahle (107€ für zwei Nächte + Frühstück), und dann raus und den Weg suchen.. Es ist 10 Uhr und  bewölkt, 810m Höhe und trocken.
Erst mal muss ich jetzt den GR 10 finden. Ich muss Richtung Norden und die passenden Straßen finden, mit dem GPS ist das einfach. Ich verlasse den Ort, ein kurzes Stück gehe ich auf einem Waldweg und passiere das kleine Dorf Sailhan und folge der D 25 bis nach Estensan(1007m). Finde hier das erste GR 10 Zeichen - natürlich Rot /Weiß- und folge diesem bis nach Azet (1170m), mal an der Straße entlang, mal auf Wanderwegen an Wiesen vorbei. Noch mal ein wenig Straße, dann zweigt der GR 10 ab und führt zuerst auf einem breitem, recht steilen Feldweg und später auf schmalem Pfad weiter. Das Gehen ist einfach, meist stetig  leicht bergauf, der Weg ist gut zu gehen. Und die Aussicht ist schön, viele Wiesen und Wälder, die Dörfer und natürlich drum herum Berge und reichlich Wolken!
Auf 1420 M Höhe überquere ich die schmale D25 und habe die Straße nun unter mir. Ab und zu ist die Straße bemalt- die Tour den France (oder ein anders Radrennen) führte hier her.
Das größte Problem bis jetzt- eine Kuh die mir entgegenkommt. Ich weiche lieber aus und "klettere" den Abhang hoch und das das Tier kann passieren. Kurze Zeit später erreiche ich den Col d' Azet (1584m), der GR 10 führt hier über Wiesen (links von der Straße). Dann geht es bergab, durch nicht ganz hüfthohes Farn- was mir viel Spaß macht. Zweimal überquere ich die Straße, muss wieder Kühen ausweichen, zwischendurch auch den Weg suchen- so richtig eindeutig ist er nicht immer gekennzeichnet. Dann noch etwas steil bergab- und ich habe Loudenvielle erreicht. Ein Touristenort- der jetzt ziemlich modern und leblos wirkt- im Winter wird hier Ski gefahren. Im Supermarkt ( ca. 960m Höhe) kaufe ich mit etwas zu trinken- gegenüber im Café bestellte ich mit einen Café au lait und Esse eine Kleinigkeit- dann geht es weiter. Der Himmel ist nun noch grauer eine geschlossene Wolkendecke schwebt über mir, es ist jedoch trocken. Loudenvielle bleibt als uninteressanter Ort hinter mir. Ein Waldweg beginnt, Ror /Weiße Zeichen führen mich zum Teil recht steil - bis nach Germ.
Vorbei an am Centre de Montagne de Germ und etwas später der der  Auberge de Germ, sieht alles sehr Einladend aus, ich will aber noch bis zur Cabane de Ourtiga.
Nach Germ gehe ich gemütlich auf breitem Pfad. Auf ca. 1400m Höhe zweigt der GR 10 ab, ein schmaler Pfad beginnt, durch gelbes Gras und gepflastert von Kuhfladen. Er  biegt langsam in das Val d' Aube ein. Einfach schönes und entspanntes Wandern durch eine schöne Landschaft. Höchste Höhe ist hier ca. 1520m, Dann geht es leicht bergab, bis zum Ruisseau de Aube (1490m). Ich möchte zur Cabane de Ourtiga- der etwas kürzere Weg führt in meiner Richtung rechts vom Bach her. Wer nicht zur Cabane will- kann auch links weiter gehen.
Knapp eine Halbe Stunde später habe ich die Cabane Ourtiga - ca. 1600m-  erreicht (17:50). Eine tolle Cabane, unter mit Tisch und Stühlen und Kamin, unterm Dach Schlafplätze für knapp 6 Personen. Sogar ein paar Decken sind dort. Wasser gibt es am Bach in der Nähe. Drumherum schöne grüne Wiesen und Berge. Von den Bergen- (Bildlink ohne Wolken) sehe ich jetzt nicht allzu viel- eine dicke niedrige Wolkendecke hängt über mir.
Ich habe die Cabane nicht für mich alleine, zu dritt teilen wir uns diese. Ein Franzose geht den GR 10, die zwei anderen gehen ein paar Gipfel. Die beiden haben sogar eine große dose Bier mit, und weil ich so gierig schaue- bekomme ich etwas ab.

Eine Wanderung ohne Schwierigkeiten auf dem GR 10. Rot /Weiß - meist recht gut-  markiert. Im Zwischenziel  Loudenvielle ist ein Supermarkt etc.
In der TopoPirineos und in der Bigorre Carte Nr. 4 + Nr. 23 Aneto-Posets eingezeichnet


Tourdauer:           07:50 Std.
höchste Höhe:        1616 m
Bergauf:                1560 m
Bergab:                   750 m
Länge:                   19,0 km


6. Etappe:21.09.2016 - Cabane de Ourtiga - Refuge de Espingo (GR 10 Etappe)

Kartenausschnitt                                                               oben

Ich schlafe heute ein wenig länger, erst um 9:30 verlasse ich daher die Cabane (Höhe 1600m). Es ist kein besonders schöner Morgen, die Wolken hängen tief, es ist ein wenig feucht und recht frisch.
Ich folge den Wegspuren die von der Cabane  wegführen, besser und ein klein wenig kürzer wäre es gewesen direkt zum Bach abzusteigen und die GR 10 Zeichen zu suchen. So schlag ich einen Bogen, gehe auch über den Bach und finde dann den rot /weiß markierten Pfad. Ein letzter Blick zur Hütte, wenig später muss ich bergauf gehen. Teils ist es recht steil und anstrengend, jedoch unschwieriges Wandern, über gute Pfade, die durch Gras führen. Dann hab ich echte Probleme meinen Weg zu finden. Laut Karte muss ich scharf auf ca. 1960 m Höhe nach Osten abbiegen, ich finde hier jedoch einfach nicht diese Abzweigung. "Grad aus" geht es weiter zum Lac de Nere, aber da muss ich nicht hin. Ich suche ein wenig hin und her, geh rauf und runter und entschließe mich dann noch ein wenig weiter abzusteigen und folge einem Pfad auf 1930 m Höhe, der die richtige Richtung hat. An den Wolken liegt es nicht die immer wieder vorbeischauen- ich glaube ich hab einfach den Abzweig nicht erkannt.
Pünktlich zum Mittagessen komme ich am Coret d' Esquierry (2131m) an.
Die Sonne scheint nun, der Nebel ist fort, ich setzte mich in das Gras und mache Brotzeit, lasse mit es gut gehen und schaue dabei in das Val d' Esquierry. Ein Tageswanderer grüßt, und biegt dann Richtung Süden ab. Ich muss- will- dann auch weiter, packe meine Sachen und verlasse den Coret d' Esquierry. Ein einfacher Pfad der gemütlich bergab führt. (In der Nähe des GR 10 sind zwei Cabanes- die mal offen- aber auch zugesperrt sein können)- die untere Besuche ich (1660m)- sie ist abgesperrt.
Der Pfad wird nun steiler, führt in einen Wald. Schattig ist es- angenehm da es jetzt recht warm ist. Meinen Füssen wird es ordentlich warm- es bleibt aber ein einfacher Pfad. Der Wald endet, ich sehe eine Hofschaft und auf der anderen Talseite die Gite + Hotel Auberge de Astau. Um 14 Uhr (1155m Höhe ) komme ich dort an. Es ist reichlich Betrieb hier. Eine Piste endet hier, viele Parkmöglichkeiten, der Lac d' Oô nicht weit entfernt. Kinder spielen, Familien Unterhalten sich.
Am letzten nicht ganz besetzten Tisch darf ich mich dazu setzen. Ich bestelle eine Cola, ein Bier und etwas zu Essen. Ich genieße das warme Wetter, die Sonnenstrahlen und fühle mich trotz einiger Unruhe hier - wohl. Einige Getränke und ca. anderthalb Stunden später mache ich mich wieder auf den Weg.
Ein breiter Pfad, Richtung Süden. Ich bin jetzt nicht alleine, einige Tageswanderer sind hier auch unterwegs. In den Schulferien ist hier bestimmt die Hölle los. Wald beginnt, ein Quad auf dem Weg, es wird ein bisschen steiler, ein paar Kurven, dann ein flaches Stück und ich stehe an der Staumauer des Lac d' Oô (1505m). Nur wenig entfernt befindet sich die Refuge du lac d' Oo, die so aus ein paar Metern Entfernung doch etwas in die Jahre gekommen aussieht.
D
ie Wirte sind jedoch sehr nett und das Essen gut. (wie ich von Nicole- auch ein Pyrenäenfan erfahre).  Der See ist ein beliebtes Ausflugsziel, er liegt sehr schön Umgeben von steilen und bewaldeten Hängen. Der Cascade d' Oo an der Südseite ist ein doch schon mächtiger 273 m hoher Wasserfall. Leider hat der See jetzt einen breiten Schuttrand, früher im Jahr ist es hier sicherlich nochmal schöner.
Am Ostufer verläuft der GR 10 weiter, führt in einen Wald, steigt an, entfernt sich vom See. Dann muss ich Anstrengend in Serpentinen aufsteigen. Der Pfad wird wieder flacher, steigt aber weiter stetig an, bis zum Abzweig auf 1885 m. Links geht es weiter auf dem GR 10: Richtung Bagnères de Luchon, oder grad aus zur Refuge d' Espingo. Ich möchte heute bis zur Refuge gehen, die ist nur ein kurzes Stück entfernt.
Wenig später ist der Col d' Espingo erreicht (1967 m), noch ein paar Meter bergab, und dann nach Westen (Rechts) und ich trete in de Hütte ein (1960 m Höhe). Nix los hier, fällt mir direkt auf. Nach dem einchecken, bereite ich mein Lager, gehe duschen (+ 4€) und genieße den Abend. Setze mich dann auf die Terrasse, trinke gemütlich ein Bier. Es ist recht kühl und bewölkt. Pferde grasen. Die einzigen Geräusche um mich herum sind der Wind und das Wasser, nur ab und zu klappert es aus der Küche der Refuge. Ich bin der einzige Gast heute, ich finde das eigentlich gut. Nur schade für die Wirte, die verdienen leider kaum etwas.
Wie fast immer auf Tour gehe ich früh in das "Bett". Meist höre ich im Schlafsack noch einen Podcast, und schlafe dann.


Eine Wanderung ohne wirkliche Schwierigkeiten auf dem GR 10.
Rot /Weiß - meist recht gut-  markiert. 
In der TopoPirineos und in der Nr. 23 Aneto-Posets eingezeichnet
Die Refuge de Espingo wurde vor ein paar Jahren erweitert und renoviert, sie hat mehrere Schlafräume, ein Bad und Dusche.


Tourdauer:            08:40 Std. - mit längerer Pause bei Granges de Astau
höchste Höhe:         2127 m
Bergauf:                 1435 m
Bergab:                  1094 m
Länge:                   13,5 km


7. Etappe: 22.09.2017- Refuge de Espingo - Bagnères de Luchon (GR 10 Etappe)

Kartenausschnitt                                                                   oben

Den ganzen Schlafraum hab ich in der Nacht für mich, niemand schnarcht, redet, keine Taschenlampenlichter irren umher. Ich hab meine Ruhe. Und so verschlafe ich ein bisschen und lasse dann alles ruhig angehen. Frühstücke  dann gemächlich. Auf den Hütten in den Bergen gibt es morgens nicht viel, ein paar Scheiben Brot, Marmelade und Butter, ein Messer, und eine Serviette als Gedeck. Ich trinke immer Kaffee mit Milch!
Um 9:10 ist alles erledigt- ich kann los Gehen (1960 m Höhe). Der Nebel ist verschwunden, wunderbar ist der Cirque de Espingo. Die Hütte dort unten am See ist immer abgeschlossen und kann nicht zum Übernachten genutzt werden.
Ich gehe rauf zum Col d' Espingo, ein paar Meter abwärts bis zu dem gut markierten Abzweig. Ab hier wieder aufwärts durch schöne Grashänge, die steil und tief bis zum  Lac d' Oo ist führen.
Die Hourquette des Hounst - Secs ( laut karte 2267m ) habe ich nach knapp einer Stunde erreicht. Es ist nun angenehm warm, die Sonne scheint. Der Weg geht nun auf und ab, hat dabei keine Schwierigkeiten. Die Wegspuren sind immer erkennen, und dazu die rot/ weiße GR 10 Markierung.
Der nächste Col - ist der Col de la Coume de Bourg (ca. 2270m). Ein netter Platz mit schöner Aussicht für die Brotzeit. Hier ist ein bisschen Betrieb, eine ziemlich lange Karawane zieht den Pfad hoch, vorne ein Bergführer mit Walkie Talki, und am Schluss noch einer.
Der "alte" GR 10 führt dann weiter in der Flanke unterhalb des Pic de Cecire auf schmalem Pfad, und später auf einer Piste bis nach Superbagners-(hässliche Skistation)- oder als neue Version- mitten durch das Tal ist ein neuer breiter Weg gefräst. Dann geht es nur noch bergab. Mal auf Piste, mal auf schmaleren Pfaden, immer durch den Wald, . Auf alle Fälle qualmen mir irgendwann die Füße, über 1000m Höhenmeter geht es stetig bergab, und ich bin dann froh Bagnères de Luchon zu erreichen. Erstmals Pause, irgendwo in eine Bar setzen, etwas trinken und gucken. Und dann eine Gite oder ein Hotel suchen.
Das Hotel Francois 1er fällt mir auf- nur 1* und daher  hoffentlich Preiswert. Ich frage nach - Demi Pension kostet 39 €.
Die Zimmer sind einfach und für mich und für eine Nacht vollkommen OK. Das Bad ist auf dem Zimmer, die Aussicht- beschränkt.
Ich Dusche lang, massiere meine Füße. Wasche meine Unterwäsche, lüfte die Klamotten, breite das Zelt auf- es ist noch feucht. Viel Platz ist jetzt nicht mehr. Schreibe ein paar WhatsApp Nachrichten. Lade die Akkus. Mache ein Nickerchen. Gehe am Abend durch den Ort spazieren und dann in die Bar, zum Abendessen.
Morgen geht weiter- auf dem GR 10.


 Eine Wanderung ohne wirkliche Schwierigkeiten auf dem GR 10.
Rot /Weiß - meist recht gut-  markiert. 
In der TopoPirineos und in der Nr. 23 Aneto-Posets eingezeichnet
In Luchon gibt es alles was ein Wanderer evtl. benötigt- Ersatz für Ausrüstung, Gaskartuschen, Supermarkt.


Tourdauer:            07:28 Std.
höchste Höhe:         2268 m
Bergauf:                  682 m
Bergab:                  1939 m
Länge:                   17,7 km


8. Etappe: 23.09.2017 - Bagnères de Luchon - Cabane Courraus (GR 10 Etappe)


Kartenausschnitt                                                                         oben

Ich bin bin heute viel zu Spät auf den Beinen. Die Etappe heute ist recht lang, so scheint es auf der Karte. Das nächste Ziel ist Fos, mal schauen ob ich das Schaffe. Sonst Zelte ich, oder gehe in eine Cabane, es sind mehrere am Weg.
Ich kann es aber nicht lassen am Morgen gemütlich in der Bar zu sitzen und dem Treiben hier zu zuschauen. Noch ein Café, und schon ist es ist 9:30. Ein schöner Morgen, die Sonne scheint, ein paar Wolken. Aber doch herbstlich, Pullover oder Jacke tragen die meisten die hier Unterwegs sind. Ich suche also den GR 10, finde ab und zu Markierungen. Am Sportplatz vorbei, dann am kl. Flughafen vorbei. Dann links ein See, und rechts der la Pique (Fluss).
Fahrradfahrer überholen mich, Jogger ebenso. Der GR 10 wendet sich nach rechts, überquert den la Pique, weiter nach Juzet de Luchon. Nachdem die letzten Häuser passiert sind, kann ich endlich runter vom Asphalt, ein paar Steinstufen hoch, ein schöner Waldweg beginnt, um 11 Uhr hab ich den kl. Ort Sode (900m)erreicht, ein paarmal muss ich zwischen durch die Straße queren. Der nächste Ort ist Artique auf ca. 1200m Höhe (Übernachtung Gite d' Etape Artigue). Auf dem Weg dorthin ist die Aussicht über das Luchon Tal einfach toll. In Artique laufe ich hin und her um irgendwo Wasser zu finden, ich muss meine Flachen füllen. Mit knapp 2 Litern im Rucksack geht es weiter, es gibt einen öffentlichen Zapfhahn.
Eine Schafherde begegnet mir in den Gasen von Artigue, ich gehe an der Kirche noch vorbei, ein letztes Haus rechts, Artigue liegt hinter mir. Eine Betonpiste steigt leicht bergan, Bäume und Büche dann zu beiden Seiten, der Untergrund ist nun eine Schotterpiste. Wiesen nun drumherum, vereinzelt ein Baum darin. Der GR 10 biegt scharf nach rechts hier ab (GPS sagt -1433m). Die Gräser sind schön gelb, braun, und die Landschaft drumherum zeigt langsam Herbstfarben.
Um 14 Uh r erreiche ich die Cabane de Sauneres (1660m). Eine gute, recht saubere Cabane, mit einem Holz Bett! Wasser ist nicht weit entfernt. Ich mach Pause, esse etwas, und schau dabei den Wolken zu, die immer dicker und dunkler werden- das Wetter wird schlechter, es sieht ganz nach Regen wenn ich Pech hab nach Gewitter aus. Ich geh trotzdem Weiter, hinter der Cabane steigt der Pfad durch Weisen auf, führt durch ein paar Felsen hindurch. Erste Regentropfen fallen, es wird ein wenig duster und windig. Schafe kommen mir entgegen, suchen hier auf dem Bergrücken (Serrat de Crespes, 1923m)Schutz zwischen Felsen. Ich zieh mir das Regenzeug an. Ein Wanderer begegnet mir, auch im Regenzeug. Kurze Zeit später gießt es, Donner und Blitze, zum Glück noch etwas entfernt. Ich stehe in Wolken und guck zu das ich schnell die nächste Cabane erreiche - die Cabane Peyrahitte. Im dichten Nebel ist die nicht einfach zu finden-  das GPS hilft. Peyrahitte ist eine kl. Hofschaft, im Sommer ist sind hier Hirten. Die Cabane ist nicht so toll. Ein Bettgestell nimmt viel Platz weg, und die schmuddeligen Matratzen sind ein bisschen fies. Draußen gießt es und so bleibe ich hier. Wasser gibt es wenn man dem GR 10 weiter folgt (dem breiterem und niedrigerem Pfad) in ca. 570m Entfernung. Eine Pumpe brummt hier, das Wasser fließt gemächlich, ist aber frisch. Ich spür wie das Regenwasser durch die Jacke kriecht, Mist!
Zurück an der Cabane bessert sich das Wetter, es klart auf, zwischen den Wolken guckt mal die Sonne. Das war nur ein kurzes Gewitter. Ich fühle mich hier nicht so richtig wohl und pack dann wieder meine Sachen und gehe weiter, es ist jetzt 17:40. Bisschen spät, dunkel wir es so gegen acht. Die nächste Cabane werde ich vielleicht nicht erreichen, dann Zelte ich. Ich folge einem einfachen, schmalem Pfad der mit Rot/ weißen Holzstäben markiert ist, bis zum Col de Taons de Bacanere (1975m). Der weiter gut sichtbare Pfad folgt dem Bergrücken und der Grenze und einigen Grenzsteinen (B 398 bis B 405), höchster Punkt ist der Pic de Bacanere- Stein B 401 (2195m). Die Aussicht ist Wunderbar! Dann geht es wieder bergrunter, das Gras ist feucht und rutschig. Am Grenzstein B 404 sind die GR 10 Schilder umgeworfen, die Spur kurz nicht so klar zu erkennen, ein wenig mit den Augen suchen, dann ist die Richtung klar. Wieder leicht bergan und ohne Schwierigkeiten bis zum Col d' Esclot d'Aou (2090m) (Blick zurück).
Der Weg bergrunter vom Col ist etwas steinig, führt oft zwischen engstehend Büschen hindurch- aber ohne Probleme. Es dämmert, bis zur nächsten Hütte will ich es aber noch schaffen- und das sind vom Col noch 400 Höhenmeter. Kuhfladen Pflastern dann den Pfad, die Kühe kommen in Sicht. Sie bilden einen Kreis, in der Mitte die Grasen gelassen- Abendessen- und am Rand steht in jede Richtung eine Kuh und beobachtet was so passiert. Als ich dann bemerkt werde, sengt die Kuh sofort den Kopf und schaut ziemlich grimmig. Ich biege vorher ab und geh etwas querfeldein. Die letzten Meter gehe ich mit der Stirnlampe und erreiche um kurz nach acht die Cabane de Courraus 1586m. Und das ist eine gute Cabane. Stuhl, Tisch, Bett, Ofen .... und eine mit gefiltertem Wasser gefüllte Flasche! Alles recht Wohnlich vom Schäfer Ludovic eingerichtet, gemalte Bilder seiner Kinder hängen an den Schränken. Ich bin jetzt sehr gut gelaunt, ein guter Wandertag- trotz Gewitter- geht nun zu Ende. Ich bau mein Bett, und koche mir dann mein Essen, trinke noch eine Tasse Tee- und hau mich dann auf' s Ohr.  


 
 Eine Wanderung ohne wirkliche Schwierigkeiten auf dem GR 10.
Rot /Weiß - meist recht gut-  markiert. 
In der TopoPirineos (und in der in der franz. IGN)und in der Nr. 22 Aneto-Posets (ein Teil) eingezeichnet (die Nr. 5 fehlt mir)
In der Nr. 22 Aneto-Posets ist ab Plan de Montmajou (bei der Cab. Peyrahitte)
bis zum Col de Taons de Bacanere eine leicht andere Strecke eingezeichnet, etwas niedriger. Laut Harmut Stahn, kaum begangen und teils weglos.


Tourdauer:            10:00 Std. (mit 1,5 Std. Pause an der Cabane Peyrahitte)
höchste Höhe:           2186 m
Bergauf:                   1766 m
Bergab:                      746 m
Länge:                      21,1 km


9.Etappe: 24.09.2017 - Cabane de Courraus - Fos  (GR 10 Etappe)

Kartenausschnitt                                                                     oben


Die Sonne scheint, nichts ist trüb, und meine Laune bestens. Um 8:30 gehe ich auf einfachen Pfad, teils ein wenig steil,  über Wiesen bergab. Wald beginnt. An der Cabane de Artigue (1350m) gehe ich vorbei, grüße dabei zwei Frauen, die dort ihre Rucksäcke packen. Auf knapp 1300m Höhe eine Piste der ich folge. Auf ca. 1270m eine Pistenkreuzung, ich gehe hier falsch- bleibe ein Stück auf der Piste. Ich möchte aber lieber schmale Pfade gehen, gehe also ein Stück zurück und dann in den Wald. Und das war eine gute Wahl. Ein schöner Pfad, teils direkt durch den Bach.
Auf 1160m Höhe treffe ich wieder auf die Piste, folge der knapp 500m. Dort ein Wegweiser- Rot /Weiß-  der nach rechts zeigt. Laut Karte führt der GR 10 noch weiter über die Piste, ich mag es etwas spannender und biege so ab.
Das ist jetzt kein Pfad, sondern auch ein Forstweg, der ist jedoch recht bewachsen und so interessanter als die Piste vorhin. Leichtes gehen, ich bleibt gemütlich immer so auf ca. 1110m Höhe. Als dann  ein Wegweiser " Fos" auftaucht bin ich beruhigt- die Richtung stimmt, ich muss nicht zurück. Hier an dem Wegweiser endet auch der Pfad in der Karte (TopoPirineos). Aber einen Pfad gibt es- und dem folge ich. Kurz darauf schwenkt der nach links, führt bergab, rein in den Wald. Der Abstieg ist dann nicht einfach, oft muss ich das Gelände gut beobachten um die Richtung zu halten. Und nicht immer hab ich ein gutes Auge- mehrfach muss ich umkehren, und eine andere Richtung nehmen. Dichtes Laub liegt hier, Tritte oder ein Weg sind oft nicht zu erkennen. Zeichen gibt es wenige und auf Papierkarte und GPS Karte ist nichts eingetragen- außer der Name: ich bin auf der Crete de Sacaube.
500m Höhenmeter niedriger, eine Stunde später, ich biege auf den GR 10 ein. Der dann zu einem gemütlichem Weg wird, das Blätterdach kühlt, es ist hier angenehm warm.
Wenig später gehe ich in der prallen Sonne, es ist fast schon heiß. Mit Hilfe der Brücke überquere ich den Kanal, noch ein Stück, dann erreiche ich die N 125 und ein paar Meter weiter den Ort Fos.
In Fos ist wohl Siesta. Nichts bewegt sich. Der Camping ist schon geschlossen, die Gite auch- das Hotel ist offen, aber alle Zimmer belegt! (Ich finde im Netz nicht über das Hotel .....  sehr freundliche Inhaber/ Mitarbeiter). Einen Lebensmittelladen soll es hier geben- ich hab nicht danach gesucht.
Ich trinke im Hotel eine Cola, und werde dann schrecklich lustlos. Keine Ahnung was mit mir ist. Jedenfalls stehe ich nicht viel später an der N 125 und halte den Daumen raus.


 Eine Wanderung ohne wirkliche Schwierigkeiten auf dem GR 10.
Ich folge nicht ganz dem GR 10- siehe Beschreibung. Obwohl der GR 10 entlang des Ruisseau de la Batch sich interessant liest.
Rot /Weiß - auf meinem Weg - mäßig-   markiert. 
In der TopoPirineos (und in der in der franz. IGN) eingezeichnet
- aber nicht das Stück die Crete de Sacaube hinunter
(die Carte de Randonnees Rando Edition Nr. 5 fehlt mir)



Tourdauer:            03:30 Std
höchste Höhe:          1600 m
Bergauf:                    176 m
Bergab:                   1186 m
Länge:                       9,7 km